Was sind Mountainbike Reifen mit Pannenschutz?


Mountainbike-Reifen können manchmal ihre Schwierigkeiten haben. Lies diesen Artikel, um zu wissen, ob Mountainbike Reifen mit Pannenschutz für dich die richtigen sind.

“Unterwegs läuft nicht immer alles wie geplant und je länger wir unterwegs sind, umso mehr Dinge gehen kaputt, müssen repariert oder ersetzt werden. Leider ist nicht alles so robust gebaut, wie wir es erhofft haben.” – Mit insgesamt 67 Reifenplatten können Andreas und Stephanie von “Ride-Worldwide” das wohl laut sagen.

Ihre zahlreichen Radreisen über Stock und Stein wurden regelmäßig von lästigen Pannen unterbrochen, was bei einer Fahrt durch die Wildnis eines unbekannten Landes wohl äußerst ungelegen kommt.

Ist man unterwegs, bleibt einem dann wohl nichts anderes übrig, als sich auf sein Improvisationstalent zu verlassen – oder man ist eben gezwungen, ein Stück des Weges zu Fuß zurückzulegen.

Ob während einem Abenteuer in unbekanntem Gelände oder ganz einfach auf dem Weg zur Arbeit: Ein Reifenplatten ist in jeder Situation ungünstig und kostet Zeit, Geld und Nerven.

Schnell ist es passiert – eine Scherbe auf der Straße oder ein hoher Randstein reicht bereits aus. Es ist daher ratsam, diesen ärgerlichen Pannen von Anfang an vorzubeugen und sich für sein Mountainbike besondere Reifen mit Pannenschutz zuzulegen.

Aufbau vom Mountainbike Reifen mit Pannenschutz

Um die Reifen eines Fahrrads vor Pannen zu schützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Die Wahl des Pannenschutzsystems hängt von seinem Verwendungszweck ab, ein E-Bike hat beispielsweise andere Anforderungen und Prioritäten als ein Rennrad.

Und bedient sich dementsprechend eines anderen Ansatzes. Die Systeme können für optimalen Schutz miteinander kombiniert werden.

Was sind Pannenschutzstreifen?

Eine gängige Methode ist die Einlage von sogenannten “Pannenschutzstreifen”. Diese bestehen aus dünnem und widerstandsfähigem Material. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um die synthetische Faser Kevlar.

Ein bis zwei dieser Streifen werden zwischen der Karkasse und dem Reifenprofil eingefügt. Und bilden so eine schützende Schicht, die spitze Gegenstände vom Eindringen in den Schlauch abhält. Mit der Karkasse meint man die Basis des Reifens.

Sie besteht aus mehreren Schichten von Nylon und Gummi und verleiht dem Reifen seine Form und die nötige Festigkeit. Da die Einlagen sehr dünn und leicht sind, hat diese Methode den Vorteil. Dass dem Reifen nicht allzu viel Volumen oder Gewicht hinzugefügt wird und sich das Rollverhalten damit nicht groß verändert.

Sie kann dafür nicht gegen besonders spitze Fremdkörper wie Heftzwecken oder Nadeln bestehen.

fahrradreifen mit pannenschutz

Kautschuk bei den Mountainbike Reifen mit Pannenschutz

Eine weitere Option ist das Einfügen einer Schicht aus hochelastischem Kautschuk (aus welchem Gummi hergestellt wird), wiederum zwischen der Karkasse und dem Profil.

Diese kann drei bis fünf Millimeter dick sein und ist dementsprechend schwerer und voluminöser.

Der Reifen büßt auf diese Weise einiges seiner Agilität ein. Denn die zusätzliche Masse verschafft ihm mehr Rollwiderstand und macht es schwieriger, ihn zu beschleunigen. Hinzu kommt, dass die Montage wegen des Gewichts und der erhöhten Steifheit ein Stück mühsamer ist.

Zum Ausgleich für diese Nachteile hält dieses Pannenschutzsystem dafür so gut wie alles aus, selbst Heftzwecken können es nicht durchdringen.

„Das Leben ist wie Radfahren. Du fällst nicht, solange du in die Pedale trittst.“ Claude Pepper

Weitere

Zusätzlich zu den beiden oben beschriebenen Mitteln weisen manche Reifen verstärkte Seitenwände auf.

Diese stabilisieren den Reifen und verhindern, dass der Schlauch bei einem Schlag allzu sehr gequetscht wird. Im Gegenzug wird dem Reifen wiederum zusätzliches Gewicht hinzugefügt.

Eine relativ neue Methode und ein gänzlich anderer Ansatz ist der komplette Ersatz des Schlauches durch einen Tubus aus Polyurethan. Kurzum, das ist ein schaumähnliches Material.

Auf diese Weise ist der Reifen nicht mehr mit Luft gefüllt, somit kann natürlich auch keine entweichen.

Mit diesem System spielt es keine Rolle, ob der Reifen durchstochen wird, da er dadurch keinen Platten bekommt. Natürlich hat dieser Tubus ein größeres Gewicht als reine Luft und verändert das Fahrverhalten des Reifens.

Welches Pannenschutzsystem ist das Richtige?

Die verschiedenen Pannenschutzsysteme bringen unterschiedliche Eigenschaften mit sich, welche sich auf dementsprechend unterschiedliche Arten auf das Fahrverhalten des Fahrrads auswirken.

Aus diesem Grund sollte man die Wahl des Systems (oder der Systeme) immer auf den Fahrradtyp und die daran gestellten Anforderungen ausrichten.

Rennrad:

  • Bei einem Rennrad steht Geschwindigkeit im Vordergrund, also werden Reifen mit leichten Pannenschutzstreifen, die das Fahrrad nicht groß verlangsamen, bevorzugt.

Citybike:

  • Ein City-Bike ist für den alltäglichen Gebrauch gedacht und ist vielen spitzen Gegenstände auf der Straße ausgesetzt, wie zum Beispiel Scherben oder Metallschrott.
    Hier entscheidet man sich daher besser für die Kautschuk-Variante, da diese einen weitreichenderen Schutz bieten und bei den Reifen Langlebigkeit wichtiger ist als Geschwindigkeit.

Welches Pannenschutzsystem empfiehlt sich für ein Mountainbike?

Ein Mountainbike ist in der Regel besonders großen Belastungen ausgesetzt, denn es ist auf unwegsames Gelände und damit starke Schläge und teilweise spitze Hindernisse ausgelegt.

Da Mountainbiker den Reifen nicht nach jedem Offroad-Abenteuer auswechseln möchten, ist optimaler Pannenschutz angesagt und definitiv eine Priorität.

Aus diesem Grund werden die beiden oben erläuterten Schutzsysteme miteinander vereint: Mountainbike Reifen mit Pannenschutz weisen typischerweise zwei Lagen der Pannenschutzstreifen und etwa 2,5 Millimeter Kautschuk auf.

In manchen Modellen sind zusätzlich verstärkte Seitenwände zu finden, um die Durchschlaggefahr zu minimieren.

Das zusätzliche Gewicht erschwert zwar die Beschleunigung des Fahrrads, es bringt jedoch auch einen Vorteil mit sich: Je schwerer der Reifen ist, desto mehr Rollwiderstand erhält man.

Kurzum, desto besseren Halt findet das Rad im unwegsamen Gelände.

Montage und Pflege vom Mountainbike Reifen mit Pannenschutz

Der Austausch von Mountainbike Reifen mit Pannenschutz gestaltet sich grundsätzlich gleich wie der von normalen Reifen.

Aufgrund der zusätzlichen Schichten ist der Reifen allerdings um ein Vielfaches steifer, was die Montage um einiges erschwert.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) rät deshalb die Zugabe von ein wenig Geschirrspülmittel auf die Felge und die Reifenflanke. Damit der Reifen einfacher in Position gleitet.

Des Weiteren empfiehlt es sich, vor dem Einbau etwas Dichtmilch in den Schlauch zu füllen.

dichtmilch-tupe

Diese verteilt sich in dessen Inneren und schließt kleine Risse. Was zur besseren Haltbarkeit und somit einem höheren Schutz vor Pannen beiträgt.

Diese Tipps und Tricks machen das Leben um vieles einfacher und sind besonders im Umgang mit Pannenschutz-Reifen hilfreich.

So gut ein Mountainbike durch Reifen mit Pannenschutz auch vor einem Platten geschützt ist. Bei schlechter Instandhaltung fallen auch diese mit der Zeit dem Verschleiß zum Opfer.

Besonders wichtig für deren Langlebigkeit ist der Reifendruck: Ist dieser zu niedrig, ist der Reifen großer Abreibung ausgesetzt, was zu Rissen führen kann.

Ein zu großer Druck verkleinert dagegen die Kontaktfläche und resultiert in weniger Haftung.

Optimalerweise hält man sich daher an den vom Hersteller empfohlenen Druck, der üblicherweise auf der Seitenwand des Reifens zu finden ist.

Gibt es hundertprozentigen Pannenschutz?

Auch wenn sich viele Mountainbike Reifen mit Pannenschutz “unplattbar” nennen. Dann sind sie in den meisten Fällen nicht hundertprozentig vor einem platten Reifen gefeit.

Zum einen bleiben die Seitenwände häufig ungeschützt, ein spitzer Gegenstand könnte diese also trotzdem durchstechen, auch wenn dies äußerst unwahrscheinlich ist.

Weiterhin schützen die meisten Systeme lediglich vor dem Eindringen von Fremdkörpern in den Schlauch, vor sogenanntem “Durchschlag” bewahren sie jedoch meist nicht.

Dieser erfolgt bei zu großem Druck auf den Reifen, wozu es beispielsweise beim Fahren über einen Randstein kommen kann. Der Schlauch wird in diesem Fall gequetscht und somit übermäßig gedehnt, was zu Schäden oder gar Rissen führen kann.

Im Großen und Ganzen bewahrt der Pannenschutz die Reifen jedoch vor den häufigsten Ursachen für einen Platten und verringert die Menge an Pannen zweifellos um ein Vielfaches.

Mountainbike Reifen mit Pannenschutz verursachen auf lange Sicht also weniger Schwierigkeiten und kosten deutlich weniger Nerven.

Quellenangabe:
Pannenstatistik – Ride-Worldwide: Fahrrad Weltreise 2016
Antiplatt-Systeme im Test: Pannenschutzsysteme für E-Bike-Reifen (bikesport-emtb.de)
Pannensichere Reifen: Was ist das, was können sie? | Bikes.de